Kaputtgespart: Speiseöl im Tank

Speiseöle wie Rapsöl gibt es aus gutem grund nicht an der Zapfsäule an der Tankstelle. Warum Speiseöle dem Motor schadne könenn udn teure Reparaturen verursachen können. Rapsöl und Sonnenblumenöl nicht in den Autotank kippen.

In den Medien: Rapsöl, Sonennblumenöl und andere Speiseöle werden gehamstert. Die Regale bei den Discountern sind ausverkauft. Warum? Weil es tatsächlich einige Autofahrer geben soll, die offensichtlich glauben, dass ihr Diesel mit Speiseölen günstiger fährt. Es klingt tatasächlich wie eine dieser durch die Sozialen Medien katapultierten Meldungen ohne Grundlage. Aber nein. Es ist was dran: Die Diskussionen in den einschlägigen Foren und die ausverkauften Ölregale in den Supermärkte sprechen Bände. Doch bevor man der preisgebeutelte Autofahrer den Selbstversuch wagt, sollte

Hohes Risiko für kapitalen Motorschaden

Warum gehört Speiseöl nicht in den Pkw-Tank? Weil es dafür nicht vorgesehen ist und die modernen Dieselmotoren schädigen kann. Aufgrund anderer Viskosität sind kapitale Motorschäden eher die Regel. Speiseöl hinterlässt nachweisbare Spuren. Herstellergarantien verfallen, Gewährleistungen greifen nicht, Versicherungen lehnen die Schadenregulierung ab. Der vermeintliche Spartrick wird zur Kostenfalle. Zurück bleibt ein nicht fahrbereites Auto mit Motorschaden. Dazu gehören Schäden wie an Ventilen, Risse im Gehäuse und vieles andere mehr. Klingt teuer? ist es auch. Fehleranalyse und Reparatur verschlingen den Wert eines günstigen Gebrauchtwagens.

Alte Diesel laufen unter Umständen – aber nur mit EU2

Tatsächlich gibt es laut einigen Insidern Dieselmotoren, die auch gebrauchtes Frittieröl vertragen. Allerdings stammen die Aggregate meistens aus einer Zeit, die inzwischen mehrere Dekaden zurückliegt. Und nicht jeder alte Diesel ist dazu auch geeignet. Diese alten Motoren sind gar nicht in der Lage trotz Nachrüstung eine höhere Abgasnorm als EU2 zu erreichen. Zur Orientierung gilt, dass alte Wirbelkammer-Dieselmotoren eher das Betanken mit Speiseöl verkraften als moderne Direkteinspritzer. Ob die Motoren tatsächlich Speiseöl vertragen, basiert eher auf persönlichen Erfahrungen als auf Empfehlungen von Herstellern. Wer also auf die Standfestigkeit der alten Motoren vertraut, der könnte bitter enttäuscht werden. Und auch die Aufrüstung auf EU2 der alten Dieselmotoren – wie beim 3-Liter-Diesel des W126 – kostet einige hundert Euro. Vor allem muß geklärt wedren, ob das Aggregat den Kaltstart ohne den Zusatz von Dieselkraftstsoff verrkaftet. Da Hersteller das Betanken iherer Dieselfahrzeuge nciht über zwei Tanks vorsehen, gibt es von der Siete keien Empfehlungen. Erfahrungswerte von Anwendern sind daher mit Vorsciht zu genisessen. Ausserdem sollte klar sein, dass Pkw-Dieselmotoren „sensibler sind“ und andere Eigenschaften haben als die in Arbeitsmaschinen und landwirtschaftlichen Fahrzeugen eingesetzten Dieselmotoren.

Auch rechtlich problematisch

Speiseöle haben eine andere Besteuerung als Kraftstoffe. Wer Speiseöle in den Tank füllt, könnte also unter Umständen Steuerhinterziehung begehen. Und das kann nochmals teuer werden. Also, besser vorher informieren. Der Zoll hat dazu eine sehr gute Website mit Informationen zur Verfügung gestellt. Wer Speiseöl in den Tank kippt, muss das melden und die noch fehlenden Steuern dafür entrichten. Stichwort: Energiesteuer. Das ist nicht nur kompliziert, sondern erfordert auch einen gewissen Aufwand, um auf der sicheren rechtlichen Siete zu sein. Ob sich das lohnt, muss jeder für sich abschätzen. Hier noch ein Tipp: Wer unbedingt Rapsöl im Wirbelkammer-Diesel fahren möchte, sollte am besten bei der nächsten Raiffeisengenossenschaft, eine großes Rapsöl-Gebinde erstehen, auf das bereits alle fälligen Steuern anfallen. Der Supermarkt ist keine Tankstelle.

Fazit – kein Spartrick, sondern eher teuer und unnütz

Wer tatsächlich sparen will, der kann es immer noch am besten mit dem Gaspedal machen. Wer umsichtig und sparsam fährt, kann den größten Spareffekt erzielen. Oder noch effizienter: Einfach mal jede Fahrt mit dem Auto hinterfragen, ob es wirklich nötig ist. Und auf das Fahrrad umsteugen, wenn möglich. Das bringt immer noch den größten Spareffekt. Da nicht genügend Anbaufläche zur Verfügung steht, gehört Rapsöl als klimaneutraler Kraftstoff in den Tank von landwirtschaftlich genutzten Maschinen. Aber auch da gibt es ein Problem, das erklärt Patrick Niedermayer im Video unten. Für Gebrauchtwagenkäufer heisst es also. Den Diesel noch genauer unter die Lupe zu nehmen. Beim Gebrauchtwagenkauf also gezielt danach fragen, ob es Versuche mit der Betankung mit Speiseölen gab.

Weitere Infos:

Offizielle Informationen zum Thema Speiseöl im Autotank, wie es rechtlich eingeordnet werden kann und wie es zu versteuern ist, gibt der Zoll auf seiner Website:

https://www.zoll.de/DE/Privatpersonen/Verbrauchsteuern-im-Haushalt/Verwenden-von-Kraftstoffen/verwenden-von-kraftstoffen_node.html

Die bisher besten Infos und einer der jüngsten Artikel zum Thema ist bei heise.de zu finden:

https://www.heise.de/hintergrund/Spritpreis-Extreme-Entkommt-man-mit-Salatoel-im-Dieselmotor-der-Preissteigerung-6548678.html

Ein etwas älterer Artikel, der das Problem auch gut zusammenfasst im Onlineangebot von auto motor und sport:

https://www.auto-motor-und-sport.de/verkehr/pflanzenoel-als-diesel-ersatz/

Im Video erklärt Patrick Niedermayer, warum Speiseöl eher in den Tank landwirtschaftlicher Maschinen gehört: